Komm steig auf, ich zeige dir die Welt

Gegenwart oder Zukunft - BMW R 1200 GS

 

Der schlüssellose Zugang katapultiert mich per Knopfdruck in die Zukunft. Lämpchen und Knöpfchen weisen auf unzählige Funktionen hin. Moment mal…was, wie, wo. Ah ok. Das wichtigste ergibt sich schnell von selbst. Egal. Rauf und los. Es ist und bleibt ein Motorrad. Der Quantensprung von meiner Zweiventiler ist allerdings…wie soll ich sagen…enorm. Die respektable Größe relativiert sich schnell durch Gutmütigkeit. Ja ich fühle mich sehr schnell wohl, auch wenn sich noch nicht alle Funktionen erraten lassen. Bremsen, Fahrwerk und Kraft des Motors zaubern mir ein fettes Grinsen in den Helm. Es geht ins Berliner Urstromtal und in die wunderschöne Schorfheide. Keine Herausforderung für dieses Motorrad aber durchaus ein Habitat in dem sie punktet. Ich fühle mich wie auf einer fahrenden Festung. Der SUV unter den Zweirädern vermittelt mir Überlegenheit und Gelassenheit.

Ich habe den Wunsch einfach weiter zu fahren. Neugier lassen mich den Tempomat und den Schaltassistenten ausprobieren. Bei letzterem fällt mir ein Schalten ohne kuppeln schwer. Jedes Mal erwarte ich ein Schlag aus dem Getriebe. Doch es funktioniert. Es scheinen mir überflüssige Dinge zu sein, aber sie sind mit Sicherheit in mancher Situation „nice to have“. Zuviel Elektronik allerdings, würde mich in der Sahelzone oder in den Kimberleys immer etwas verunsichern. Wie auch immer. Nach drei Tagen bildet die GS eine Einheit mit mir. Wir mögen uns. Und wenn ich sie ansehe, möchte sie mir sagen: Komm steig auf, ich zeige dir die Welt. Jetzt wird es mir wieder bewusst – ich bin in der Gegenwart.

 

MotorCircus/Christoph H. Köhler

Kommentar schreiben

Kommentare: 0